Der Concours international de piano d’Orléans hat eine Liste von zeitgenössischen Werken für das Solo Halbfinale des 62. Internationalen Klavierwettbewerbs Ferruccio Busoni zusammengestellt.

Die Werke

Beat Furrer, Eine Studie für Klavier – 2011
7 min. – Ed. Bärenreiter Verlag
Kompositionsauftrag des Busoni Wettbewerbes 2011

Mark Andrè, „iv 11“ für Klavier solo – 2011
4 min. – Ed. Edition Peters
Kompositionsauftrag des Busoni Wettbewerbes 2011

Toshio Hosokawa, Etude 1-2 Lines for piano – 2011
4 min.- Ed. Schott Music
Kompositionsauftrag des Busoni Wettbewerbes 2011

Charles Wuorinen, Etude for Chords and Dynamic balance – 2011
4,30 min. – Ed. Edition Peters
Kompositionsauftrag des Busoni Wettbewerbes 2011

Brice Pauset, Etüden für Klavier Erste Sammlung – 2011
4 min. – Ed. Editions Henry – Lemoine
Kompositionsauftrag des Busoni Wettbewerbes 2011

Rebecca Saunders, Shadow – Study for solo piano – 2012
9 min. – Ed. Edition Peters
Kompositionsauftrag des Busoni Wettbewerbes 2012

Jacques Lenot, Dramatis Personae – 2007
7 min. – Ed. L’Oiseau Prophète
Kompositionsauftrag des Concours d’Orléans 2012: Effigies, for piano and string quartet

Jérôme Combier, Études n° 1-4 – 2016
6 min. – Ed. Verlag-neue-musik
Kompositionsauftrag des Concours d’Orléans 2014: Lichen, for piano and ensemble

Philippe Hersant, Le Carillon d’Orléans – 2016
14 min. – Ed. Durand-Salabert-Eschig / Universal Music Publishing Classical
Kompositionsauftrag des Concours d’Orléans 2016

Hector Parra i Esteve, Cell (Arch for Hystérie) – 2016
9 min. – Ed. Durand-Salabert-Eschig / Universal Music Publishing Classical
Kompositionsauftrag des Concours d’Orléans 2018: Au cœur de l’oblique – pour piano solo

Pascal Dusapin, Black Letters – 2019
10 min. – Ed. Durand-Salabert-Eschig / Universal Music Publishing Classical
Kompositionsauftrag des Concours d’Orléans 2020

Études

Die Idee der Étude oder auch Studie für Klavier solo – übrigens mitnichten nur eine Übung, sondern eine fordernde, zur Aufführung bestimmte Komposition mit einem besonderen Fokus auf gewisse technische oder expressive Aspekte – hat ihre Wurzeln bereits im frühen 19. Jahrhundert. Die Etüden von Chopin und Liszt sind Meilensteine des Klavierrepertoires und werden von jedem fortgeschrittenen Studenten gespielt. Viele Komponisten zeigten Interesse an diesem Format, darunter Rachmaninow, Debussy, Bartók, Strawinsky und natürlich Busoni, welches jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg zu schwinden begann. Auch in den letzten Jahren wurden auffällig wenige Klavieretüden geschrieben. György Ligeti bildet hier die einzige Ausnahme, seine drei Bände mit Études für Klavier, komponiert in den Jahren 1985 bis 2001, erfreuen sich einer gewissen Popularität unter Pianisten.

Die Intention, 12 Komponisten für mein Etüdenprojekt zu beauftragen war, die Herausforderung der Ligeti-Etüden anzunehmen, Alternativen zu diesen oft gespielten Stücken zu entwickeln und zeitgenössische Komponisten zu ermutigen, sich erneut mit dem Genre auseinanderzusetzen. Die erste Reihe von Werken (Finnissy, Francesconi und Rzewski) wurde von der Philharmonie Luxemburg beauftragt und von mir im Juni 2010 dort uraufgeführt. Die zweite Reihe von Etüden (Pauset, Wuorinen, André, Hosokawa, Sørensen, Furrer) wurde durch den Busoni – Klavierwettbewerb in Auftrag gegeben, die erforderlichen Mittel stellte die Ernst von Siemens Musikstiftung zur Verfügung. Die Uraufführung hier in Bozen steht unmittelbar bevor.

Diese Art der kollektiven Beauftragung von Kompositionen beinhaltet oft Schwierigkeiten, sowohl praktischer als auch musikalischer Natur. Ich schätze mich sehr glücklich, von solch weitsichtigen Organisationen, wie der Stiftung Internationaler Klavierwettbewerb F. Busoni (mein besonderer Dank gilt dem künstlerischen Leiter Peter Paul Kainrath) und der Ernst von Siemens Musikstiftung unterstützt zu werden. Ohne sie wären die praktischen Hindernisse nicht zu überwinden gewesen.

Gleichzeitig habe ich großes Glück gehabt, eine Gruppe von Komponisten zu finden, die mit der gleichen Aufgabe konfrontiert gänzlich verschiedene und hochinteressante Werke von großer Qualität geschaffen haben. Vom gnomenhaften Gemurmel Andrés zur reichen Komplexität von Finnissy oder Pauset, von der Poesie Sørensens oder Wuorinens zur Brillanz von Rzewski, Francesconi oder Furrer zur Melodik Hosokawas, stellen die Komponisten allesamt sowohl den Pianisten als auch das Publikum vor eine wundervolle Herausforderung. Ich möchte ihnen allen danken.

Ich hoffe, die Finalisten und das anwesende Publikum finden diese neuen Stücke ebenso stimulierend, wie ich selbst!

Einführung  des Kurators des Projektes Nicolas Hodges anlässlich der Aufführung der Kompositionsaufträge im Rahmen des Busoni-Wettbewerbes 2011.

Die Zusammenarbeit mit Concours d’Orlèans begann im Jahre 2017:

  Liste der zeitgenössischen Werke 2017

  Liste der zeitgenössischen Werke 2019